Die KI darf ins Internet — Ihr Firmenwissen nicht
„Wenn die KI ins Internet darf, ist der Datenschutz doch dahin.“ Der Einwand kommt in fast jedem Gespräch, und er ist berechtigt. Eine Suchanfrage ist eine Information über Sie: was Sie gerade beschäftigt, welches Thema Sie prüfen, welchen Namen Sie nachschlagen. Wer sie an einen fremden Dienst schickt, gibt genau das aus der Hand.
SouveraLotse hat jetzt trotzdem eine Web-Recherche. Die Arbeit steckte nicht in der Suche — die ist technisch einfach. Sie steckte in der Trennung.
Drei Modi, die sich gegenseitig ausschließen
Der Chat hat ab sofort drei Bereiche, und jede einzelne Nachricht gehört zu genau einem davon:
- Wissensdatenbank — die Antwort kommt aus Ihren Dokumenten, mit Quellenangabe. Kein Internet.
- Freier Chat — das Sprachmodell antwortet aus dem, was es gelernt hat. Weder Ihre Dokumente noch das Internet.
- Web-Recherche — das Modell darf im Netz suchen. Ihre Dokumente bleiben außen vor.
Es gibt keine Mischform. Das ist kein Bedienkomfort, sondern die Grundlage für alles Weitere: Wo sich zwei Wege nie berühren, kann auch nichts vom einen in den anderen fließen.
Fünf Zusagen, die als Abnahmekriterien galten
Diese fünf Punkte standen als Bedingung in der Anforderung, nicht als Wunsch. Ohne sie wäre die Funktion nicht gebaut worden.
- Die Modi schließen sich pro Nachricht aus. Eine Frage im Recherche-Modus löst keine Suche in Ihren Dokumenten aus. Es wird kein Gruppen-, Dokument- oder Wissensdatenbank-Inhalt in den Kontext gestellt.
- Nach draußen geht ausschließlich Ihre Frage. An die Suchmaschine wird der Suchbegriff übergeben, der aus Ihrer aktuellen Eingabe entsteht — niemals ein Dokumentabschnitt, niemals ein Systemtext, niemals Daten anderer Nutzer.
- Der Gesprächsverlauf kann nicht durchsickern. Wer innerhalb einer Unterhaltung den Modus wechselt, könnte weiter oben im Verlauf Dokumenttext stehen haben. Deshalb führt jeder Bereich seinen eigenen Verlauf: Ein Recherche-Gespräch enthält schon vom Datenmodell her keine Nachricht aus der Wissensdatenbank.
- Nichts fließt zurück. Web-Ergebnisse werden nicht in den Dokumentindex geschrieben, nicht eingebettet und nicht als Wissensquelle gespeichert. Sie leben nur in der einen Antwort, für die sie geholt wurden.
- Auch das Netz ist getrennt. Der Suchdienst ist der einzige Baustein im System mit einer Verbindung nach draußen. Dokumentablage, Aufbereitung und die übrigen Dienste haben keinen Weg ins Internet — die beiden Pfade berühren sich also nicht einmal auf Netzwerkebene.
Eigene Suchmaschine statt fremder Schnittstelle
Gesucht wird über eine selbst betriebene Suchmaschine auf Ihrer eigenen Infrastruktur. Sie bündelt öffentliche Suchdienste, ohne dabei ein Profil über Sie anzulegen: keine Konten, keine Wiedererkennung, keine Historie beim Anbieter.
Das ist der Unterschied zu einer eingekauften Such-Schnittstelle. Dort wäre jede Anfrage einem Vertragskonto zuzuordnen — und damit Ihrem Unternehmen.
Bewusst klein gehalten
Die erste Ausbaustufe kann genau eine Sache: suchen und aus den Trefferbeschreibungen antworten. Ganze Seiten werden nicht abgerufen, es gibt noch keine anklickbaren Belege wie in der Wissensdatenbank, und keine zweite Suchrunde. Das kommt, aber später.
Wir bauen lieber eine kleine Funktion, deren Grenzen wir benennen können, als eine große, deren Verhalten wir nicht mehr überblicken. Bei einer Funktion, die Daten nach draußen bewegen könnte, ist das keine Geschmacksfrage.
Standardmäßig aus
Die Web-Recherche ist im Auslieferungszustand abgeschaltet — und zwar vollständig: Der Suchdienst wird gar nicht erst gestartet, der Knopf erscheint nicht in der Oberfläche, und selbst ein von Hand abgesetzter Aufruf wird abgewiesen.
Einschalten ist die bewusste Entscheidung des Betreibers, nicht die Voreinstellung des Herstellers. Wer lokale KI wählt, weil nichts das Haus verlassen soll, muss nicht erst etwas abschalten.